Kirche Stans

Kirche Stans

Von der Genossenschaft zur Juristischen Person

Die Organisationsform der evangelisch-reformierten Kirche Nidwalden änderte sich in der vergangenen Zeit mehrmals.

1898 wurde die «Protestantische Genossenschaft Stans gegründet, 1940 wurde an der Landsgemeinde die evangelisch- reformierte Kirche öffentlich-rechtlich als juristische Person anerkannt und aus ihr ging die Evangelisch-Reformierte Gemeinde Nidwalden hervor.

Das Kirchengebäude
Die Reformierte Kirche in Stans, dem Hauptort des Kantons Nidwalden, wurde am 11. März 1934 eingeweiht. Sie war die 1. Reformierte Kirche im Kanton Nidwalden und entstand mit der Unterstützung des „Protestantisch-kirchlichen Hilfsvereins des Kantons Zürich“.  Die Pläne vom Pfarr- und Gemeindehaus stammten von den Zürcher Architekten Otto Pfleghard (Vater und Sohn).

1992/93 wurde erfuhr die Kirche eine umfangreiche bauliche Veränderung. Ein Gemeindefoyer wurde vor die Unterrichtsräume gesetzt. Der Eingang in die Kirche wurde geändert und eine Neugestaltung des Innenraumes – Sitzbänke und Orgel -wurde notwendig und auch möglich. Die Sitzordnung war nicht mehr in Ost- West-Richtung, sondern neu in Nord-Süd-Richtung; die Kirchenbänke wurden durch Stühle ersetzt.

Die Orgel
1957 erfolgte der Bau einer Orgel durch die Firma Goll AG, Luzern. Sie erhielt 13 klingende Register auf 2 Manualen und einem Pedal. Ursprünglich stand die Orgel in einer in die Mauer eingelassenen Orgelkammer. Nur der Freipfeifen-Prospekt war sichtbar. Der freistehende Spieltisch stand im hinteren Teil der Kirche gegenüber der Kanzel.

1993 wurde die bisherige Orgel durch ein neues, mechanisches Instrument der Firma Goll AG mit 17 Registern auf 2 Manualen und einem Pedal ersetzt. Einiges Pfeifenmaterial, die Manualwindladen, Balg und Gebläse wurden von der alten Orgel übernommen.

Die Einweihung fand am 28. November 1993 statt. Für 2021 ist eine Generalüberholung der Orgel geplant.

Das Innere der Kirche
Alois Spichtig (1927- 2014) gestaltete 1994 den heutigen Abendmahltisch, das Lesepult und das Kreuz aus Eichenholz. 2018 kam im selben Stil ein kleiner Tisch für die Fürbittenkerzen hinzu.

Die Glasfenster
Der Basler Künstler Lukas Düblin gewann 1992 den Wettbewerb und schuf die sieben neuen Glasfenster zum Thema «Meditation über Berg und Wasser».  Er studierte das Lichtspiel im Innenraum. In jedem der sieben Fenster wird eine Fortführung des Würfelmotivs konsequent aufgenommen. Dies löst eine frappante Wirkung aus. «Zarte Pastellfarben in Gelb, Orange und Blau aber vor allem auch farbloses Glas tragen eine tiefe mystische Dynamik ins Kircheninnere». (Urs Berger: Lukas Düblin; ISBN 978-3-7245-1852-5; Seite 75)

Die Glocken
Die Reformierte Kirche Stans hat einen Glockenturm mit vier Glocken.

Die Glocken wurden im Jahre 1934 in der Glockengiesserei H. Rüetschi AG, Aarau, gegossen und erklingen in der Tonfolge f’ / a’ / c’’ / d’’.

Alle Glocken tragen eine Inschrift:

Nr. 1   (Grosse Glocke) «HERR GOTT, DU BIST UNSERE ZUFLUCHT FÜR UND FÜR. PSALM 90. 1»
Nr. 2   «KOMMET HER DIE IHR MÜHSELIG UND BELADEN SEID, ICH WILL EUCH RUHE GEBEN. MATTH. 11. 28»
Nr. 3   «WO DER GEIST DES HERRN IST, DA IST FREIHEIT. 2. KOR. 3. 17»
Nr. 4   «ALLES WAS ODEM HAT, LOBE DEN HERRN. PSALM 150. 6»

(Anmerkung: Alle Inschriften sind in Antiqua ausgeführt, die Bibelstellen sind ebenfalls eingegossen. Deshalb habe ich die Schlusszeichen nach diesen eingefügt.)

Auf allen Glocken prangt auch ein Giessersignet: Glocke mit Harfe, von einem Lorbeerkranz umgeben.

Das Gesamtgewicht des Stanser Geläutes beträgt 2136 kg, wobei die grosse Glocke allein rund 1000 kg wiegt.

Der Glockenstuhl ist eine zweigeschossige Stahlkonstruktion. Unten hängen die beiden grossen Glocken, darüber die beiden kleinen.